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Von der Angst, loszulassen
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D as Pferd verweigert aus scheinbar unerfindlichen Gründen die Übung, stand auch schon mal feiner an den Hilfen und lässt sich noch dazu weniger gut verladen als letzte Woche. Die beste Freundin hat auf einmal doch keine Zeit für den Mädelsabend, ein Elternteil liegt hilfebedürftig im Bett und der Hund spielt heute taub. Wenn es kommt, kommt es dicke. Jeder kennt das. In Extremsituationen welcher Art auch immer, geraten wir an unsere selbstgesteckten Grenzen. Ansonsten würden wir jene Momente nicht als Extreme empfinden. Ob nun als eine solche Ansammlung stark fordernder Umstände, in einer unerwartet gefährlichen Lage auf dem Rücken eines Pferdes oder, wenn eine Krankheit unserem Körper die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit aufzeigt – es gibt hunderte Beispiele, die wir Menschen als außerordentlich prägend empfinden können.

Hals über Kopf

Auch in Bezug auf unser Zusammensein mit Pferden wird uns ab und an klar, dass es längst “höchste Eisenbahn” ist. Besteht zwischen Pferd und Mensch keine Klarheit über die gemeinsame Beziehung, kann es schlichtweg zu Zwischenfällen kommen, die einen oder beide im schlimmsten Fall das Leben kosten können. Wer bei einem Reitunfall oder einer Gefahrensituation anderer Art noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen ist, erkennt plötzlich die Daseinsberechtigung eines durchdachten Ausbildungskonzepts, welches Schritt für Schritt bearbeitet wird, um Risiken im Umgang miteinander zu minimieren. Wenn die Basis für ein Miteinander geschaffen ist und gepflegt wird, kann sich Sicherheit, Freude und Leichtigkeit entwickeln. Für diesen Weg wird sich häufig leider erst nach einem einschneidenden Wendepunkt entschieden. Aber immerhin…

Momente der Unklarheit sind es, an die wir nicht mehr zurückgelangen möchten, die wir nicht noch einmal durchleben möchten, die wir am liebsten rückgängig machen würden. Dabei sind gerade diese Momente so unheimlich wichtig. Sie sind die Momente der Erkenntnis und damit des Wandels. Mein Kizombatrainer und guter Freund Azmi Strufe sagte einmal in einem Gespräch zu mir: “Erkenntnis ist Perspektive und Perspektive ist Entwicklung.” Ein wundervoller Dreiklang, wie ich finde.

Time to realise, decide and move on

Ab und an benötigen wir vielleicht eindrückliche Wendepunkte um anstehende Entscheidungen besser fällen zu können. Extreme Umstände helfen dabei, die Thematik auf ihren Kern zu reduzieren und damit den Blick für’s Wesentliche zu schärfen. Sie stellen eindeutig dar, dass man die freie Wahl hat, sich für oder gegen etwas zu entscheiden. Man sollte es nur auch tun – und zwar jetzt. Nicht irgendwann.

- Will ich, dass mein Pferd mich beißt? Nein.
- Will ich, dass mein Pferd unter mir solche Angst hat, dass es durchgeht? Nein.
- Will ich so durcheinander sein, dass mir solche Fehler passieren? Nein.

Extremsituationen vermitteln uns eine Dringlichkeit, die wir in unserem Alltag gerne übersehen. Verhaltensweisen, von denen wir wissen, dass sie eigentlich besser sind, werden häufig bewusst oder unbewusst auf die lange Bank geschoben. So gesehen sind jene brisanten Sekunden, in denen wir schnell eine Entscheidung fällen müssen, sehr wertvoll. Sie bringen die Themen auf den Tisch, die wir bisher erfolgreich ausgeklammert haben. Es mag sein, dass sie uns stressen und unter Druck setzen. Dennoch weiß an sich jeder tief in seinem Inneren damit umzugehen. Ja sagen zur Veränderung, sie willkommen heißen und aus ihr Neues, Größeres entwickeln, das kann jeder. Zumindest mit ein bisschen Übung. Der Erfolg rechtfertigt den Übungsaufwand allemal.

Alles Liebe, Janna

“You will only ever have two choices – love and fear, choose love and don’t ever let fear turn you against your playful heart.” (Jim Carrey, kanadisch-US-amerikanischer Schauspieler und Comedian)

 
Fotorechte: Andreas Thomsen
Equipment: Zaum & Zeugs

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