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S ie ist durch und durch Pferdefrau und das seit Jahrzehnten: Andrea Harrje lebt mit ihrer Familie und ihren Tieren im idyllischen Laboe an der Ostseeküste bei Kiel. Wenn die eigenen Pferde bestmöglich versorgt sind, widmet sie sich der Kunst – genauer gesagt, dem Erschaffen von Pferdeskulpturen. Wie es dazu kam, was es dazu braucht und was ihre IRDENpferde besonders macht, verrät sie im Interview mit EQUInspiration.

EQUInspiration: Liebe Andrea, wie kamst du auf die Idee, Pferdeskulpturen zu fertigen? Wo hast du die dafür nötigen Techniken erlernt?

Andrea Harrje: Der Wunsch nach solchen Skulpturen ist über die Jahre in mir gewachsen. Das ist mir jetzt erst klar geworden. Schon als Kind habe ich mir einen ganzen Stall voller Pferde und Ponies aus Fimo gebaut. Dort konnte ich meinen Wunsch nach eigenen Pferden voll ausleben und mir alle Rassen „anschaffen“, denn damals gab es noch keine guten Spielzeugpferde. Später habe ich Ausschau nach Pferdeskulpturen gehalten, die meinen Vorstellungen entsprachen und die innere Schönheit der Pferde zum Ausdruck brachten. Leider habe ich auch viele schlechte Beispiele gesehen. Wieder war „Selbermachen“ angesagt.

 

EQUInspiration: Jedes Kunstwerk ist ein Einzelstück mit einem eigenen Werdegang. Wie viel Zeit nimmst Du dir für die Fertigung einer Skulptur?

Andrea Harrje: Einige Tage reift der Gedanke an eine neue Skulptur in mir, bis ich glaube, die passende Pose für das jeweilige Pferd gefunden zu haben. Dann erfolgt das Modellieren bei mir zuhause am Esstisch, damit ich laufend Zugriff auf den Prozess habe. So laufe ich alle paar Minuten hin, um etwas zu modellieren. Zwischendurch ist der Abstand aber genau so wichtig, um mit frischem Blick wieder neu zu gucken. Das Modellieren der Figur ist nach einigen Tagen beendet. Dann muss sie mindestens 2 Wochen trocknen, um anschließend drei Tage bei ca. 1200 Grad im Keramikofen gebrannt zu werden. Anschließend wird die Skulptur von mir dann noch auf einen Sockel gesetzt.

 

EQUInspiration:IRDENpferde – ein spannender Name für deine Skulpturen! Wie kamst du darauf und was inspiriert dich, wenn Du einem Klumpen Lehm Leben einhauchen willst?

Andrea Harrje: Ein etwas altmodischer Begriff für Keramikgefäße, die sogenannte Irdenware hat mich dabei inspiriert. Gemeint sind irdene Gefäße, also aus Erde, Ton. Aus einem formlosen Klumpen Ton ein Pferd zu schaffen, ist fast ein archaischer Akt. Schon vor tausenden von Jahren haben Menschen sich dieser Technik bedient. Ich führe das Material in eine neue Ästhetik und werte es auf. Gleichzeitig ist Ton das sauberste und puristischste Material, das ich mir vorstellen kann. Eben einfach „Erde“.

EQUInspiration: Du wählst die Skulpturenprojekte nicht allein nach deiner eigenen Laune und deinem Interesse, sondern arbeitest auch Kundenaufträge aus. Wo können Interessierte sich einen Eindruck von deiner Arbeit verschaffen?

Andrea Harrje: Eine meiner ersten Pferdeportraits hat deutliche Ähnlichkeit mit meinem ersten Pony. Beim Herstellen habe ich das gar nicht bemerkt aber mein Unterbewusstsein wollte ihm wohl ein Denkmal setzen. Ich fertige nach Fotovorlagen Skulpturen vom eigenen Pferd an. Dann kann man sein Pferd auch zuhause bei sich haben. Seit kurzem besitze ich eine eigene Homepage: unter www.irdenpferde.com kann man sich einen Eindruck verschaffen.

EQUInspiration: Hab vielen Dank für das Interview, Andrea! Und vor allem, hab vielen Dank für das wundervolle Abbild von meinem Odyn. In der für ihn so typischen Pose bewacht er im Kleinformat nun sogar mein Zuhause. Dort findet sich mittlerweile kaum mehr Krimskrams, sondern nur Gegenstände, die mir persönlich sehr wichtig sind. Die detailgetreue Skulptur von Odyn soll nun für immer dazugehören. 🙂

 
Bildrechte: Andrea Harrje

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