Skeptiker oder Ausprobierer – Wen lässt du handeln?
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N icht selten nehmen Menschen eine Trainerstunde nach der anderen, lesen sich schlau, investieren Zeit und Geld in Fortbildung, erkennen aber nicht, dass der entscheidende Schlüssel zum Weiterkommen das persönliche Wachstum ist. Entwicklung als solches, wenn auch an sich von den Meisten erwünscht, gibt es nicht ohne Veränderung. Beides geht miteinander Hand in Hand. Wer Angst vor Veränderung hat, steht ihr und damit auch seiner Entwicklung im Weg.

Wir haben die Wahl: Wir können den Fortbildungsinhalt Einheit für Einheit konsumieren oder wir können das neu erworbene Wissen anwenden. Wenden wir es an, füllen wir es mit eigenen Erfahrungen und Gefühlen. Schlussendlich sind wir nach der Anwendung jedoch nicht mehr der oder die Alte. Wir werden im Zuge der Anwendung jemand Neues. Wir werden jemand, der entscheiden kann, ob die alte oder die neue Version seiner Selbst sich besser anfühlt. Die Anwendung des bis dato Unbekannten macht den Menschen also nicht nur wissender, sondern auch freier – frei genug, die weniger erfahrene Version seiner Selbst hinter sich zu lassen.

Von der Angst vor Entwicklung

Von dieser Freiheit kann man allerdings vorher noch nichts wissen. So ist es möglich, dass der Skeptiker oder die Skeptikerin in uns bereits den Versuch der Anwendung neuer Gedankenanstöße unmöglich macht. Zu neuen Erkenntnissen kann der Mensch, der den Skeptiker in sich agieren lässt, schwerer gelangen, als der Mensch, der den Ausprobierer zur Tat schreiten lässt. Den mit sich hadernden Teil unserer Selbst unser Handeln bestimmen zu lassen, mag bei einigen Menschen schlichtweg Routine sein. Sie kennen es nicht anders als im Zweifelsfall auf Abstand zu bleiben, sich das zur Entwicklung führende Experiment nicht zuzutrauen und dementsprechend einen Rückzieher zu machen.


Wer noch nicht lernen durfte, wie es ist, sich mit Freude und Vertrauen in etwas fallen zu lassen, dessen Ende er oder sie noch nicht kennt, hält es vielleicht einfach für unmöglich, dass diese Erfahrung sich gut anfühlen kann. Interessanterweise müssen wir uns allerdings eingestehen, dass wir das Ende unserer Geschichte so oder so nie kennen. Wir kennen noch nicht einmal den Verlauf der nächsten fünf Minuten. Das, worin wir uns sicher und geborgen fühlen, sind unsere Verhaltensmuster. Wir gehen davon aus, mit der gewohnten Handlung, die Zukunft bestimmen zu können. Viele von uns fühlen sich sicherer, wenn der Skeptiker die unbekannte Situation abwendet, als wenn der Ausprobierer neue Wege erkundet. Wohl dem, dem seine eigenen Verhaltensmuster mit der Zeit langweilig werden. Er oder sie ist auf dem besten Weg, Neue auszutesten und sich zwangsläufig zu entwickeln.

Gemeinsam, nicht einsam!


Zum Glück gibt es mehr als einen Menschen auf der Welt. Es tut unheimlich gut, zu wissen, dass wir uns bei der Entscheidungsfindung zur persönlichen Entwicklung gegenseitig Hilfe leisten können. Wir können einander die Hand reichen, einander mit Positivität anstecken, einander stützen und schützen. Dies sind Handlungen, mit denen wir uns gegenseitig zu Ausprobierern und Ausprobiererinnen machen können. Es sind Handlungen, die stark genug sind, die oft gut geschulten Skeptiker und Skeptikerinnen in uns einen Moment lang still werden zu lassen und sie vielleicht sogar eines Besseren zu belehren. Denn genau das ist es, worum es in unserer Entwicklung geht – das Sich-selbst-belehren! Diese Tätigkeit kann uns kein Trainer der Welt abnehmen. Habt viel Freude an Eurer Entwicklung!

Alles Liebe, Janna

„When you fall in love with the unknown, you’re free.“
(Byron Katie)

 
Bildrechte: Andreas Thomsen

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